Der Kork ist die Schale der Korkeiche (Quercus Suber L), ein Pflanzengewebe, welches aus einer Zusammensetzung von Zellen mit alveolärem Aussehen besteht, die mit einer gasförmigen luftähnlichen Mischung gefüllt sind, welche etwa 90% des Volumens in Anspruch nimmt, und von abwechselnden Zellulose- und Suberinschichten bedeckt sind. In jedem Kubikzentimeter Kork existieren im Durchschnitt 40 Millionen Zellen.

Die chemische Zusammensetzung des Korks besteht aus verschiedenen Verbindungen:

Suberin (45%) seine Hauptkomponente, welche die Zellwände bedecken und für seine Elastizität und Kompressibilität verantwortlich ist;
Lignin (27%) die Zellwandstruktur ist eine Isolierkomponente;
Polysaccharide (12%) die Zellwandkomponente, welche für Definition seiner Textur verantwortlich ist;
Tannine (6%) Polyfenol - Verbindungen, die für die Farbe, den Schutz und Erhaltung des Materials verantwortlich sind;
Wachse (6%) Komponente, die für die Undurchlässigkeit verantwortlich ist;
Asche (4%);
DIE NUTZUNG DES KORKEICHENWALDES UND SEINE ÖKOLOGISCHE, SOZIALE UND WIRTSCHAFTLICHE NACHHALTIGKEIT.

Der Kork ist ein 100% ökologisches, recycelbares und wiederverwendbares Naturmaterial, dessen Nutzung und Produktion sich durch die Sorge um die Nachhaltigkeit auszeichnet.

Der Korkeichenwald besteht auch weiterhin und ist charakteristisch für die Länder des Mittelmeerraums (der Süden der Iberischen Halbinsel, Italien, Frankreich, Tunesien, Algerien und Marokko) mit atlantischem Einfluss. Die Europäische Union ist weltweit der gröβte Korkproduzent (>80%), wobei sich Portugal als weltweit gröβter Korkexporteur hervorhebt, für mehr als 50% des verbrauchten Korks verantwortlich ist und weltweit über die gröβte Anbaufläche von Korkeichen verfügt (730 tausend Hektar, welche 33% der weltweiten Anbaufläche). In Portugal wird dieses zarte Ökosystem seit Jahrhunderten als nationales Erbe angesehen, dabei wird dieser einheimische Baum seit dem 13.Jahrhundert gesetzlich geschützt (1209). Das Datum bezieht sich auf die ersten Agrargesetze, welche das Abholzen der Bäume verbot und seinen Anbau und dessen Nutzung förderte. Auβerdem ist Portugal in der Forschung und Innovation dieses Bereichs führend, wobei es sich nicht nur durch Quantität des produzierten Korks hervorhebt, sondern vor allem durch seine ausgezeichnete Qualität.
Aufgrund der regelmäβigen Korkernten, ohne den Bäumen Schaden zuzufügen, fördert der Korkabbau die soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Umwelt der Regionen, in denen der Korkabbau zu finden ist, dabei wird die Aufforstung der von Wüstenbildung bedrohten Regionen, deren Säuberung und Erhaltung gefördert. Der Korkeichenwald stellt ein weltweit einzigartiges Ökosystem, welches auch anderen Fauna- und Floraarten Unterschlupf gewährt, was wiederum seine Erhaltung gewährleistet. Es ist nennenswert, dass 42 Vogelarten vom Korkeichenwald abhängig sind, inklusive einiger seltener Arten und solcher, die vom Aussterben bedroht sind. Es wird geschätzt, dass der Korkeichenwald Wohnraum für 140 Pflanzenarten und 55 Tierarten bietet, was europaweit wahrscheinlich einzigartig sein dürfte (www.portalflorestal.com).

Auβer dem Kork, seinem edelsten Material, findet die gesamte Korkeiche Nutzung. Seine Frucht, die Eichel, wird nicht nur zur Nachzucht, sondern auch als Futtermittel und zur Küchenölherstellung benutzt; die Blätter des Baumes werden verfüttert und als Naturdünger verwendet; das Restmaterial bei Beschneidung und alte Bäume werden zu Heizmaterial und Holzkohle; und aus den Taninen und Natursäuren, die im Holz vorhanden sind, werden verschiedene chemische Produkte hergestellt.

Zusätzlich zur Forstwirtschaft und den Tätigkeiten, die dem Korkabbau zugeordnet werden, erlaubt der Eichenwald andere Nutzungsarten wie den Tourismus, die Jagd, Bienenzucht und Pilzsuche sowie die Suche von Küchen- und Heilkräutern, welche für die regionale Wirtschaft eine Bereicherung darstellen.
Die Korkeiche ist langlebig und verfügt über eine enorme Regenerierungskapazität. Eine Korkeiche lebt durchschnittlich 150 bis 200 Jahre. Es erfordert aber 25 bis 30 Jahre, damit ihr Baumstamm für eine rentable Korknutzung bereit ist. Dazu muss der Baumstamm einen Durchmesser von 70 cm auf der Bodenhöhe von 1,50 m aufweisen. Während ihrer Lebenszeit erlaubt die Korkeiche durchschnittlich 16 Korkernten, welche Zwischenfasen von 9 Jahren brauchen, und von Hand durchgeführt werden, damit den Bäumen und der Umwelt kein Schaden zugefügt wird. Bei der ersten Korkernte wird der jungfräuliche Kork abgetragen, welcher noch unregelmäβig ist, denn erst nach der dritten Korkernte, die etwa nach 40 Lebensjahren des Baumes stattfindet, beginnt der Baum Höchstqualität zu produzieren und erreicht den Höhepunkt seiner Qualität und Eigenschaften.

Die Nutzung und Produktion von Korkprodukten ist ein höchst nachhaltiger Industriezweig. Die Herstellung von Presskork benutzt, zum Beispiel, ausschlieβlich erhitzten Wasserdampf, und greift dafür auf Dampferzeuger und Fertigungsprozesse zurück, die mit Korkschredderabfällen bestückt werden, wobei keinerlei Produkte auβer des Korks verwendet werden, wobei die Pressung mit Harzen des Korks vorgenommen wird.

Der gesamte Verwertungsprozess des Korks produziert kaum Abfälle, denn alle seine Komponenten finden wirtschaftlichen Nutzen, können wiederverwertet und aufgewertet werden.

Content on this page requires a newer version of Adobe Flash Player.

Get Adobe Flash player